Udo A. Heinrich

Action Art

Titel:EE contra AKW (Erneuerbare Energie contra AKW)
Format:150 cm x 150 cm
Jahr:2011
Technik:Hybridbild, Acryl in Spraytechnik auf Leinwand mit beweglichem Spiralrad, betrieben durch Spezialmotor, gespeist aus Solarzelle.

Dieses Objekt widmet der Künstler insbesondere dem pulsierenden Sonnenlicht und er macht sich die optische Täuschung zu Nutze.

Auf gelborangem Grund ist eine Spirale auf einer rotierenden Scheibe aufgebracht…

  1. Sehen Sie ca. 5sek. konzentriert auf das Zentrum der sich drehenden Spirale
  2. Schauen Sie auf eines der Atomkraftsymbole

Sie können das hier ausprobieren... Sie werden feststellen, das Symbol verkleinert sich!!

Ergo: Durch die Konzentration auf d i e Quelle sich unaufhörlich erneuernder Energie – können die Probleme der Atomenergie verringert werden, oder wie hier, schrumpfen.

Zum erzielten Effekt der optischen Täuschung ist dem Künstler wichtig „dass wir beim Umweltumdenkprozess in die richtige Richtung denken, damit der entsprechende Impuls im Gehirn, die dargestellten Probleme (wie hier beispielsweise Aktomkraftsymbole) verkleinert. Ein Impuls einer andersherum drehenden Spirale würde, wie ein entgegengesetztes Denken, die Probleme, bzw. Symbole, vergrößern.“

Sowohl in der Natur, als auch in der Technik kommen Spiralen als Bewegungsbahnen vor – so ist schon damit der Bezug des Kunstwerks als Mittler zwischen Umwelt und Technik gegeben.

 

Mögliche Erklärung für optische Täuschungen [1]

Ein möglicher Lösungsansatz für "optische Täuschungen" ist die Theorie des Amerikaners Mark Changizi. Dieser spricht von einem „Blick in die Zukunft", denunser Gehirn jedeSekunde vornimmt. Die visuellen Informationen der Außenwelt gelangen über die Netzhaut und die Sehnervenkreuzung ins Gehirn. Jedoch ist nur in einem kleinen Teil der Netzhaut scharfes Sehen möglich. Beim Betrachten einer visuellen Szene führt das Auge gezielte Bewegungen aus. Die unscharfen Bilder während der Augenbewegung werden vom Gehirn unbewusst ausgeblendet. Aus den verschiedenen Seheindrücken gelangen die Impulse über einen Teil des Thalamus und danach in das primäre Sehzentrum am Hinterhauptspol, dem primären Sehzentrum. Es gibt jedoch bereits auf dieser Ebene Rückkopplungschleifen, so dass bereits im Sehzentrum nur noch ca. 10% der Nervenfasern vom Auge kommen. Bereits auf dieser Ebene findet eine essentielle Vorverarbeitung der Signale aufgrund biologischer Parameter und Vorerfahrungen statt. Im Wesentlichen erschafft das Gehirn also die visuelle Repräsentation des Gesehenen aus relativ schwachen Signalen selbst.[2] Dieser Mechanismus ist störanfällig, was die optischen Täuschungen verdeutlichen. Das Hirn wertet die Informationen dann weiter aus und errechnet die erwartete Veränderung für die Zukunft, dies ist evolutionär gesehen wichtig. Beispielsweise suggerieren Fluchtpunkte eine Bewegung, das Gehirn berechnet die Umgebung daraus neu. Da sich die reale Position jedoch nicht verändert, entsteht die optische Täuschung, dass Linien verbogen werden. Laut Changizi lassen sich so bis zu 50 Täuschungen erklären.[3]



[1] Wikipedia-Beitrag zur Optischen Täuschung mit zahlreichen Verweisen

[2] Chris Frith. Wie das Gehirn die Welt erschafft. Spektrum Wissenschaftlicher Verlag, Sachbuch 2010

[3] Spiegel Online (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,559033,00.html)

EE contra AKW 400